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SAP S/4HANA Deployment-Modelle

21 .10 .2020

Themen:  SAP | S/4HANA | Cloud

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Viele SAP-Anwenderunternehmen stehen vor dem Schritt, in den nächsten Jahren auf S/4HANA zu migrieren. Die erste Frage, die sie sich zur Migration stellen, lautet häufig: Brownfield oder Greenfield?

Die nächste Frage, die zunehmend in den Fokus tritt, ist die nach dem Betriebsmodell. Soll das S/4HANA-System on-premises laufen oder in der Cloud? Oder wird ein Mischmodell, also ein hybrider Ansatz, gewählt? Wenn es Cloud oder hybrid sein soll, schließt sich die Frage an, welche Bereitstellungsform genau die gewünschte ist: Soll es in die Public oder die Private Cloud gehen?
Viele unserer Kunden überlegen im Zuge der Migration auf S/4HANA zumindest teilweise in die Cloud zu gehen. Aus diesem Grund möchten wir die verschiedenen Modelle und Angebote vorstellen, die SAP für Kunden bereithält, die beabsichtigen, in die Cloud zu gehen.

SAP Cloud Platform (SCP)

Die SAP Cloud Platform wird von SAP in erster Linie zur Verfügung gestellt, um darauf Add-ons von SAP-Partnern oder Eigenentwicklungen zu betreiben. Somit kann sie interessant sein für SAP-Anwenderunternehmen, die einzelne Bereiche oder Prozesse in die Cloud auslagern wollen, z.B. den Dokumentenaustausch mit Lieferanten (siehe auch unser Business Partner Portal). In der SCP wird aber kein komplettes S/4HANA-System betrieben. Die SCP gilt als Innovationsplattform und kann auch als Plattform für Fiori-Anwendungen genutzt werden.

S/4HANA Cloud

Unter S/4HANA Cloud fasst SAP zwei verschiedene Modelle zusammen: die S/4HANA Cloud extended Edition (EX) und die S/4HANA Cloud essential Edition (ES). Diese beiden Bereitstellungsmodelle wurden in den letzten Jahren mehrfach umbenannt. So hieß die extended Edition vormals Single Tenant Edition (STE) und Private Cloud, außerdem wurde dieses Modell auch als „ERP in the Cloud“ bezeichnet. Die essential Edition hieß Multi Tenant Edition (MTE) und Public Cloud, es war auch die Rede von „Cloud ERP“.

S/4HANA Cloud extended Edition (EX)

Hierbei handelt es sich um ein Infrastructure-as-a-Service-Angebot. Der Funktionsumfang ist identisch zu einem on-premises installierten S/4HANA-System. Der Zugriff auf das System kann über das klassische SAP GUI erfolgen oder über das Fiori Launchpad. Sie haben Zugriff auf den Konfigurationsleitfaden und SE80. SAP bietet halbjährlich Updates an, Sie treffen mit SAP eine Vereinbarung, welche Updates durchgeführt werden. Bei der Einführung gilt zu beachten, dass hier nur der Greenfield-Ansatz durchgeführt werden kann, mit selektiver Datenübernahme.

S/4HANA Cloud essential Edition (ES)

Die essential Edition ist ein Software-as-a-Service-Angebot. Es handelt sich um eine standardisierte Multi-Tenant-Landschaft. Der Zugriff auf das System kann nur über das Fiori Launchpad erfolgen. Sie haben keinen Zugriff auf den Konfigurationsleitfaden. Es steht keine ArchiveLink-Schnittstelle zur Verfügung, stattdessen kommt CMIS zum Einsatz. Wenn Add-ons genutzt werden sollen, müssen diese über die SAP Cloud Platform angebunden werden. Updates werden von SAP vierteljährlich durchgeführt. Bei diesem Modell können Sie nur auf der grünen Wiese starten. Dieses Modell empfiehlt sich für kleinere Unternehmen oder Tochtergesellschaften/Niederlassungen.

Vor- und Nachteile von S/4HANA Cloud

Generell ist der Schritt in die Cloud gleichbedeutend mit einem Schritt Richtung Standardisierung. Aus diesem Grund ist die Migration auf S/4HANA Cloud generell für den Greenfieldansatz geeignet, bzw. wenn nur selektiv Daten übernommen werden sollen. Auf der anderen Seite ergeben sich Vorteile. Die Innovationsfrequenz ist höher als bei on-premises installierten Systemen und der TCO höchstwahrscheinlich geringer.
Wenn man die beiden Modelle extended Edition und essential Edition vergleicht, bietet die extended Edition etwas mehr Flexibilität und Individualisierungsmöglichkeiten. Die essential Edition verspricht mehr Standardisierung und eine höhere Innovationsfrequenz. Am Ende muss jedes Anwenderunternehmen für sich entscheiden, wie die Bedürfnisse und Prioritäten sind.
Bei unseren Kunden sehen wir, dass in der Praxis häufig Mischmodelle zum Einsatz kommen, wenn die Entscheidung für die Migration auf S/4HANA Cloud gefallen ist. Zum Beispiel wird für die Zentrale die extended Edition gewählt und für kleinere Tochtergesellschaften die essential Edition.