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E-Invoicing in Singapur: Vorteile stehen im Vordergrund

23 .04 .2021

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Die E-Rechnung ist nicht nur in Deutschland oder der EU ein Thema, auch international wird die elektronische Rechnungsstellung vorangetrieben. In diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, wie die staatlich getriebene Initiative zur E-Rechnung in Singapur aussieht und welche Ableitungen sich daraus für Deutschland ergeben.

IMDA und InvoiceNow: Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen

Anfang 2019 hat Singapur ein landesweites E-Invoicing-Netzwerk initiiert, über das elektronische Rechnungen ausgetauscht werden können, besser bekannt unter dem Namen „InvoiceNow“. Gepflegt werden die zugehörigen Standards von der Behörde IMDA (Infocomm Media Development Authority), die auch für die Bewerbung von InvoiceNow sorgt.

Die IMDA sagt über sich, dass es ihre Mission ist, Singapurs digitale Transformation voranzutreiben. Dabei adressiert sie gleichzeitig Unternehmen, Privatpersonen und die Gesellschaft. Dieser Ansatz wird auch deutlich in der Art und Weise, wie InvoiceNow beworben wird: Die Infomaterialien sind einfach aufgebaut, mit vielen anschaulichen Grafiken. Es gibt zahlreiche Videos und Webinare, das Design ist bunt und nahezu verspielt. Hier stehen ganz klar die Einfachheit und die Anwenderfreundlichkeit im Fokus.

Auch die Argumentation geht damit einher. Die Vorteile stehen wesentlich stärker im Vordergrund als die technischen Details. Die Ansprache richtet sich primär an kleine und mittelständische Unternehmen, die motiviert werden sollen, auf die E-Rechnung zu setzen. Großunternehmen werden in der Kommunikation bewusst erst an zweiter Stelle adressiert. Für KMUs gab es von März bis Ende 2020 sogar einen Gutschein über 200 S$ für die Anmeldung zu InvoiceNow.

Vergleich zu Deutschland: Pflichten statt Anreize

Der Ansatz, für die elektronische Rechnungsstellung zu werben, unterscheidet sich deutlich vom Bild in Deutschland. In Deutschland gibt es zwar einzelne Initiativen zur Bewerbung der Vorteile der E-Rechnung, zum Beispiel vom Kompetenzzentrums „Digitales Handwerk“ der Handwerkskammer Bremen, insgesamt stehen aber doch die rechtlichen Verpflichtungen und die technische Umsetzung im Vordergrund der Diskussion. Die vielen Vorteile, die die E-Rechnung mit sich bringt — von schnellerer Übermittlung, über eingespartes Papier, bis zu einfacherer Verarbeitung — gehen dabei leider häufig unter. Dieses Thema positioniert die IMDA in Singapur deutlich besser.

Die Pointe daran ist, dass sowohl die E-Rechnung in Deutschland als auch die E-Rechnung in Singapur auf der gleichen Technologie basieren. Singapur setzt für InvoiceNow auf das PEPPOL-Format und -Netzwerk, was von der Europäischen Union ursprünglich zur Standardisierung internationaler Vergabeverfahren initiiert wurde. Die IMDA war sogar die erste PEPPOL Authority außerhalb von Europa. Singapurs E-Invoicing-Netzwerk basiert auf den gleichen PEPPOL-Standards und -Formaten, die auch in Deutschland bei E-Rechnungsportalen zum Einsatz kommen.

Ob der Fokus auf Anreize oder auf Verpflichtungen besser geeignet ist, um die Nutzung der E-Rechnung voranzutreiben, wird sich zeigen. Wir sehen auf jeden Fall eine steigende Nachfrage bei unseren Kunden. Inzwischen sind wir in Singapur von der IMDA bestätigt als „PEPPOL Ready Accounting Solution Provider“ und haben erste Projekte zur Annahme und Verarbeitung von InvoiceNow Rechnungen umgesetzt.